Wir versenden CO2 neutral mit DHL und verwenden neue Öko-Kartons von Hoffmann Verpackung sowie neues Flo-Pak Bio-Füllmaterial zu 100% aus Pflanzenstärke.
Mehr dazu...

  00,00 EUR  ab 40,- Bestellwert
  05,00 EUR  bis 40,- Bestellwert
  12,00 EUR  Österreich
  12,00 EUR  Europa (EU)
  18,00 EUR  Schweiz
  30,00 EUR  weltweit
Ihre Daten und Ihr Vertrauen sind für uns Verpflichtung zu größter Sicherheit. Mehr dazu...
   



 
 
LENNERTZ - Faïencerie de Niderviller

© 2003-2017 Texte und Photos Lennertz Group GmbH · Alle Rechte vorbehalten · All rights reserved
Alle Texte und Bilder auf dieser Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Nutzung durch Dritte ohne vorherige Erlaubnis ist nicht zulässig. Darunter fällt insbesondere die Online-Veröffentlichung – im Wortlaut oder in abgewand-
elter Form – unter einer anderen Domain bzw. innerhalb eines anderen Internetauftritts.

Die Faïencerie de Niderviller hat ihren Sitz in Niderviller, in den Wäldern der Lorraine.

Vor wenigen Jahren haben zwei leitende Mitarbeiter eine regelrechte Renaissance der Manufaktur gestartet, indem Sie das althergebrachte Wissen und Können aus drei Jahrhunderten wieder ausgegraben und mit viel Liebe und Geduld aufgearbeitet haben. Das Ergebnis ist ein wahrer Erfolg, den Kenner weltweit mit Begeisterung feiern.

 


Die Entwicklung des Unternehmens war schon immer sehr stark geprägt durch seine Führungspersonen und die turbulenten sozialen und politischen Umwälzungen der letzten drei Jahrhunderte, das Ancien Regime, die französische Revolution, das Zeitalter der Industrialisierung, der zweite Weltkrieg.


 

Die Anfänge

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, genauer bis 1731, als die Witwe Marie DES FONTAINES, den Steingutmeister Mathias LESPRIT nach Niderviller bestellt und ihm aus wirtschaftlichen Gründen einen Teil ihrer Ländereien überlässt, damit dieser eine Steingutfabrik errichten kann.

Die Gründung der Manufaktur konnte die finanzielle Notlage der Witwe DES FONTAINES nicht abwenden und so musste sie ihren Besitz 1748 mit samt der Fabrik an den Baron Jean-Louis BEYERLÉ, Direktor der königlichen Münz- Prägeanstalt in Straßburg verkaufen.


 
Caisse à oignons (frz. Zwiebel-Kasten) - Meisterstück, 1761
Musée du Louvre, Paris / Musée Ariana, Genève

 
Der Aufschwung

Unter BEYERLÉ erfährt die Manufaktur nach anfänglichen Startschwierigkeiten einen bemerkenswerten Aufschwung. Er bestellt Steingutmeister aus Straßburg nach Niderviller, die in der Folgezeit mit ihrem Können, ihrer Raffinesse und der Originalität ihrer Handwerkskunst die Manufaktur weit über Frankreich hinaus bekannt machen.

Die Fertigung hatte sich in der Zwischenzeit auf Luxusprodukte spezialisiert. Die Privilegierung der konkurrierenden Manufaktur von Sèvres durch den französischen Hof brachte Niderviller dennoch in arge Bedrängnis. 1770 sieht BEYERLÉ sich deshalb gezwungen, die Manufaktur zu verkaufen.


 

Die Epoche der französischen Revolution

BEYERLÉ verkauft die Fabrik an den Grafen von CUSTINE. Aus finanziellen Gründen wird dieser acht Jahre später François LANFREY als Partner beteiligen.

Es nähern sich die Jahre der französischen Revolution und mit ihnen entstehen neue Probleme in der Faïencerie de Niderviller: Inzwischen General, wird CUSTINE am 19. August 1793 guillotiniert. Die Mitarbeiterzahl in der Fabrik schrumpft zusehends und unter Zwangsverwaltung wird LANFREY die Produktion mühsam mit nur 15 Leuten aufrechterhalten.

Die Folgen der französischen Revolution wiederum wirken sich sehr positiv auf die Entwicklung der Manufaktur aus. So entfallen beispielsweise die Privilegien des Ancien Regime, darunter auch jenes der Manufaktur von Sèvres.

Außerdem wird die Herstellung von Luxusprodukten unter dem napoleonischen Kaiserreich wieder angeregt, was zu einem erneuten Aufschwung der Faïencerie de Niderviller führt.

 

 


 "La Vierge des Faïenciers"
18. Jahrhundert

 

Das Zeitalter der Industrialisierung

Die Söhne von LANFREY werden das Unternehmen 1827 an Louis-Guillaume DRYANDER verkaufen, der sich zunächst auf die Herstellung von feinem Porzellan spezialisiert.

Bereits 1830 muss DRYANDER aufgrund der Konkurrenz aus Limoges, die Herstellung von feinem Porzellangeschirr einstellen. Er stellt auf die Produktion von industriell gefertigtem Geschirr für den Alltagsgebrauch um.  

Die Entwicklung der Faïencerie de Niderviller geht voran.
Auch während der kommenden Kriege wird die Produktion aufrechterhalten.

Während der Annektierung der Lorraine durch das deutsche Reich firmiert Niderviller als "Steingutfabrik Niederweiler AG“, nachdem die Manufaktur 1886 zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.

Nach dem ersten Weltkrieg erhält sie wieder Ihren französischen Namen als "S.A. Faïencerie de Niderviller".

 
Zurück zur manuellen Fertigung

Erst in der Nachkriegszeit wird die Manufaktur modernisiert, und unter dem Leiter Guy BARREAU orientiert sich die Produktion in den 50er Jahren von der industriellen zurück zur manuellen Fertigung.

Seit 1996 ist die Faïencerie de Niderviller wieder in einen Familienbesitz übergegangen. Mit 98 Mitarbeitern gehört sie zusammen mit der Kristallfabrik Portieux 1705 und dem Kristallhersteller Vallérysthal 1705 zu der französischen Gruppe Faïence & Cristal de France.


 
links: Entwurf eines Dekors, handgemalt, 1755 - rechts: Mitarbeiterin von Niderviller

 
Zur geographischen Lage

Niderviller liegt im Departement de la Moselle, in der Region der Lorraine im Nord-Osten Frankreichs. Der Standort war überaus günstig gewählt, um eine Steingutfabrik zu errichten, denn aufgrund seiner Nähe zu den Wäldern der Vogesen, konnten schnell die benötigten Mengen an Brennholz zur Fabrik transportiert werden. Außerdem sammelte sich im Departement de la Moselle im Laufe seiner geologischen Entwicklung rötliche, tonhaltige Erde an, die aufgrund ihrer hohen Qualität ganz besonders für die Herstellung von Keramiken geeignet war.

Die Ader, aus der die Faïencerie zweimal im Jahr die Tonerde zur Herstellung von Keramikpuder gewinnt, ist bis heute die selbe geblieben.
 

Tipp:

Wenn Sie in der Lorraine unterwegs sind, lohnt es sich, der Faïencerie von Niderviller einen Besuch abzustatten. Hier können Sie das Privatmuseum, die Traditionswerkstätten und das denkmalgeschützte Fabrikgebäude besichtigen.
 

Weiterführende Informationen:

Erfahren Sie mehr über die Besonderheit des Geschirrs Grand Siècle

Erfahren Sie mehr über die Herstellung der Bols

0 21 37 - 99 85 27
Montags bis Freitags 09 - 21 Uhr
Samstags und Sonntags 11 - 18 Uhr